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Megatrend Silver Society

By | Gesundheit, OMline, Uncategorized | No Comments

Der Megatrend Silver Society entfaltet weltweit seine Wirkung. Rund um den Globus wird die Bevölkerung älter und die Zahl Älterer steigt. Gleichzeitig bleiben die Menschen länger gesund. Damit entsteht eine völlig neue Lebensphase nach dem bisher üblichen Renteneintritt. Dieser Lebensabschnitt verlängert sich und bietet Raum für Selbstentfaltung in neuen Lebensstilen im hohen Alter. Ein neues Mindset bereitet den Weg für eine Gesellschaft, die gerade durch die veränderte Altersstruktur vitaler wird denn je. Sie verabschiedet sich vom Jugendwahn, deutet Alter und Altern grundlegend um.

Digital Health

Digitale Technologien spielen bei der Gesundheitsversorgung wie auch beim individuellen Gesundheitsverhalten eine immer größere Rolle. Bei kritischen Vitalwerten können Mediziner beispielsweise Feedback geben, ohne dass der Patient zum Arzt kommen muss. Digital Health ermöglicht eine bessere Interaktion zwischen Patienten, Medizinern und Dienstleistern.

Downaging

Während die Menschen faktisch immer älter werden, bleiben sie dabei gleichzeitig subjektiv länger jung. Alte Menschen sind heute länger fit und gesund als je zuvor. Heute gilt für die meisten Menschen, dass das „gefühlte Alter“ 10 bis 15 Jahre unter dem biologischen liegt. Dieses Downaging bestimmt nicht nur die Vitalwerte von älteren Menschen, sondern ihr gesamtes Lebensgefühl und damit ihren Lebensstil, ihren Konsum, ihre Mediennutzung usw.

Forever Youngsters

Für Forever Youngsters ist das Erreichen des Rentenalters keinesfalls der Beginn des Ruhestands – sondern eher der Start in den besten Lebensabschnitt. Voll Neugier und Tatendrang stürzen sie sich in Aktivitäten, engagieren sich für gemeinnützige Zwecke oder verwirklichen lang gehegte Träume. Bei alldem achten Menschen mit diesem Lebensstil auch noch besonders gut auf ihre Gesundheit.

Free Ager

Der Lebensstil der Free Ager ist in der Altersgruppe 50plus am weitesten verbreitet. Free Ager möchten sich auf die für sie relevanten Dinge im Leben fokussieren. Werte wie Gelassenheit, Harmonie, Menschlichkeit, eine gesunde Umwelt und ein soziales Miteinander liegen ihnen am Herzen. Dabei ist ihnen in erster Linie wichtig, mit sich selbst zufrieden zu sein und stets im Hier und Jetzt zu leben.

Golden Mentor

Golden Mentors wollen ein Leben lang aktiv bleiben und andere an ihren gesammelten Erfahrungen teilhaben lassen. Vertreter dieses Lebensstils sind in der Regel zwischen 55 und 79 Jahre alt und befinden sich häufig bereits im Ruhestand – beziehungsweise im „Un-Ruhestand“. Denn viele arbeiten immer noch und bringen sich aktiv in Wirtschaft und Gesellschaft ein.

Lifelong Learning

Arbeitsumfelder, Jobprofile, Qualifikationsanforderungen – all das wandelt sich stetig. Der einmal absolvierte Abschluss reicht meist nicht mehr ein Leben lang aus. Beschäftigte müssen sich fortlaufend weiterbilden, zusätzliche Qualifikationen oder gar völlig neue Skills erwerben. Lifelong Learning ist allerdings nicht nur eine berufliche Notwendigkeit, sondern auch der Wunsch vieler Menschen, sich vielfältig weiterzuentwickeln.

Postdemografie

Angesichts steigender Individualisierung verlieren klassische soziodemografische Merkmale wie Geschlecht, Einkommen, Wohnort, Berufstätigkeit oder gerade das Alter an Bedeutung zur Beschreibung gesellschaftlicher Gruppen. „Jugendlichkeit“ beispielsweise kann altersübergreifend ein Charakteristikum von Einstellungen und Verhaltensweisen sein. Statt sozialer Milieus bilden sich neue postdemografische Lebensstile heraus, deren gemeinsamer Nenner geteilte Werte, Überzeugungen, Konsummuster und Alltagspraktiken sind.

Talentismus

Der „War for Talents“, der Konkurrenzkampf um Fachkräfte, verschärft sich weltweit. In der Wissensgesellschaft sind kluge, kreative Köpfe zunehmend gefragt. Dabei geht es jedoch nicht mehr nur um standardisierte Qualifikationen und miteinander vergleichbare Abschlüsse. Stattdessen sind vielfältige Talente gefragt. Sie werden zu einer wichtigen ökonomischen und sozialen Währung für Unternehmen, aber auch für jeden Einzelnen. Der globale Wettbewerb fordert eine ständige Weiterentwicklung des Personalmanagements und Employer Brandings, aber auch der individuellen Beschäftigungsfähigkeit.

Un-Ruhestand

Als Teil der neuen Multigrafie der Menschen bezeichnet der „Un-Ruhestand“ den Lebensstil der Älteren, die eigentlich im Ruhestand wären, aber kein Interesse am passiven Rentnerdasein haben. Menschen im Un-Ruhestand wollen weiter arbeiten oder ihre freie Zeit in vollen Zügen genießen. Da die Alten immer älter werden und dabei immer gesünder bleiben, tut sich so eine Zeitspanne auf, die von Aktivität, Gelassenheit und Lebensfreude geprägt ist.

Universal Design

Universal-Design-Konzepte sorgen dafür, dass Alltagsprodukte bis hin zu Wohnungseinrichtungen so gestaltet sind, dass eine flexible, leichte und intuitive Nutzung mit hoher Fehlertoleranz möglich ist. Barrierefreiheit und Ästhetik sind nicht länger ein Gegensatz. Es geht um einfache, intuitive Bedienbarkeit und damit fehlertolerante Anwendung von Produkten.

 

Quelle: https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/mtglossar/silver-society-glossar/

Omline: die bewusste Selbstermächtigung für einen achtsam-souveränen Umgang mit einer vernetzten Realität

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Im 21. Jahrhundert scheint es, als würden die Gegentrends zu den großen Trendentwicklungen und die Synthesen, die sich aus diesem Widerstand ergeben, stärker als die Trends selbst. So führt etwa der Megatrend Globalisierung zu einer verstärkten Sehnsucht nach Heimat und Region – und mündet in den „Metatrend“ Glokalisierung.

Solche Re-Aktionen sind auch die neue Achtsamkeit und das OMline-Mindset: In einer zunehmend hypervernetzten, digital überreizten Welt wollen immer mehr Omline: die bewusste Selbstermächtigung für einen achtsam-souveränen Umgang mit einer vernetzten RealitätMenschen ihre eigene mentale Souveränität wiederherstellen. Nicht, indem sie einfach abschalten, sondern indem sie lernen, digitale Medien achtsamer und sinnvoller zu nutzen. Ist „online“ die These und „offline“ die Antithese, so ist OMline die real-digitale Synthese: eine bewusste Selbstermächtigung für einen achtsam-souveränen Umgang mit einer vernetzten Realität.

In einer Welt, in der on- und offline, digital und analog zunehmend verschmelzen, sendet der OMline-Trend eine klare Botschaft aus: Nicht die Technik darf unser Leben bestimmen. Sondern umgekehrt: Der Mensch selbst nimmt das Steuer wieder in die Hand. Das Ziel ist eine selbstbestimmte Vernetzung auf humaner Basis, eine „neugierige Abschottung“ gegenüber dem Internet: eine real-digitale Balance in vollvernetzten Zeiten.

Quelle: https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/lebensstile/omline-digital-erleuchtet/

 

Hippo Talks

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Worum geht’s bei Hippo Talks?

Kurz gesagt darum, gute Ideen zu verbreiten und Menschen miteinander zu vernetzen, um die Welt ein bisschen besser zu machen.

Alle Talks werden per Video aufgezeichnet und wir stellen die Vorträge online. Maximal 15 Minuten soll eine Rede dauern, und ein Hippo-Talk darf alles, nur eines nicht: langweilen.

Unsere Vision

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2030 wird jeder Vierte in unserer Gesellschaft mindestens 65 Jahre alt sein und zu den sogenannten „Alten“ zählen.

Zunehmend verändert sich aber mit dem demografischen Wandel das Bild vom Alter, weg von Verlusten und Defiziten hin zu einer bedeutsamen, erfüllenden Lebensphase voller Möglichkeiten.

Die Lebenserwartung nimmt täglich zu, und es ist zu erwarten, dass nur wenige die nächsten Jahrzehnte auf Mallorca im Liegestuhl zubringen wollen und können.

Die „Alten“ haben den Wunsch in Mitten der Gesellschaft zu leben, zu wirken und gebraucht zu werden. Vielfach fühlen sie sich heute jedoch an den Rand der Gesellschaft getränkt.

Und mit dem Wegfall des aktiven Berufslebens, erleben heute viele auch den Wegfall sozialer Kontakte und Strukturen.

Ich glaube man kann davon ausgehen, dass demnächst – sowohl aus wirtschaftlichen wie auch sozialen Gründen Menschen länger beruflich aktiv bleiben – bezahlt oder ehrenamtlich.

In jedem Fall aber ergibt sich für den heutigen Menschen, egal ob alt oder jung die Notwendigkeit in allen Lebensbereichen leistungsfähig zu bleiben um seine und ihre dritte Lebensphase erfüllend gestalten zu können.

Dank der Generali Altersstudie, welche einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung im Alter von 65 bis 85 Jahren befragte, wissen wir mehr über Bedürfnisse, Einstellungen, Potenziale und Herausforderungen der Älteren in unserer Gesellschaft.

Der überwiegende Anteil der 65 bis 85-jährigen ist erfreulicherweise zufrieden mit dem Leben. In einer Scala von 0 bis 10 geben die Befragten, welche regelmäßig arbeiten (15% Ihrer Zielgruppe) eine Zufriedenheit von 7,6 und jene mit einem ehrenamtlichen Engagement sogar 7,7 an. Man sieht hier, dass eine sinnvolle Aufgabe glücklich machen kann.

Für uns als Individuen, aber auch für die Gesellschaft braucht es die Fähigkeit im Alter offen zu sein für Neues. Auch für das digitale Zeitalter – aber warum?

Das digitale Zeitalter wird auch in Zukunft unseren Alltag und unser Leben immer stärker beeinflussen, ob wir das wollen oder nicht. Wer darauf verzichtet sich mit dieser Technologie auseinander zu setzen und Kompetenzen aufzubauen, wird diese neue Welt schwer verstehen, an vielen sozialen und informativen Phänomen nicht teilhaben können und riskiert sich selbst an den Rand der Gesellschaft zu drängen.

Jeder zweite 65- bis 84-Jährige nutzt laut der Generali-Studie bereits das Internet. Lebensqualität und Selbständigkeit können im Alter durch digitale Medien unterstützt werden.

Natürlich herrscht bei Manchen Angst und Unsicherheit vor was das Internet betrifft, und es ist notwendig mit Fakten und Hilfestellung diese Sorge zu relativieren und Vertrauen herzustellen. Aber zuvor die Frage:

Welche Vorteile haben Sie als älterer Mensch durch die Nutzung von Internet und digitaler Medien?

  • Sie können mit Ihren Freunden, Kindern und Enkelkindern über große Entfernungen kommunizieren und sich dabei ansehen,
  • unabhängig von möglichen Mobilitätseinschränkungen können Sie online einkaufen,
  • Sie können Ihre Reisen planen,
  • Ihre Bankgeschäfte über das Internet erledigen,
  • sich an sozialen Projekten beteiligen
  • oder lernen was auch immer Sie interessiert.

Welche Nachteile haben Sie als älterer Mensch ohne Zugang zu gängigen digitalen Medien?

Wer keine Kompetenzen in der Nutzung digitaler Medien hat, wird aus immer mehr Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen.

Auch deshalb, da die gewohnten Medien wie Radio und Zeitung immer weniger werden und selbst Behörden ihre Kommunikation mehr und mehr ins Internet verlagern.

Die Vision von HippoCampus basiert auf Ciceros Ausspruch „Fang nie an aufzuhören, hör nie auf anzufangen.“  Wir wollen mit unserer Plattform für die Menschen und mit den Menschen in der 3. Lebensphase eine Brücke sein, ein Forum, ein Zuhause und Ort der Begegnung. Hier soll es viel Raum für gegenseitige Inspiration, Freundschaft und Freude geben.

Die Generali-Studie verdeutlicht zudem:

Soziale Kontakte haben einen hohen Stellenwert für unser persönliches Glück. Ein schlechter Gesundheitszustand sowie das Fehlen eines Partners oder guter Freunde sind die größten Risikofaktoren, um im Alter zu vereinsamen.

Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, unsere Leistungsfähigkeit und Gesundheit durch körperliche und kognitive Aktivität zu erhalten.

Und was unsere gemeinsame Zukunft angeht, so werden die Jungen den Rat, die Kraft und Unterstützung der Alten brauchen um die Vielzahl der Herausforderungen bewältigen zu können.

Ich wünsche mir sehr Ihre rege Teilnahme. Gestalten Sie HippoCampus einfach mit. Teilen Sie Ihre Ideen und Wünsche mit uns oder werden ein HippoCampus-Redakteur, der ersten Stunde.

Ich freue mich sehr von Ihnen zu lesen und wünsche nun viel Freude mit den ersten Inspirationen auf HippoCampus.link

Das wärs für heute,

bleiben Sie uns treu und empfehlen Sie uns weiter

Ihnen Allen eine schöne Zeit.

 

Was ist nun wirklich der Unterschied zwischen einem Nahrungsmittel und einem Lebensmittel?

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das Qi:
Schon im alten China ging man davon aus, dass der Mensch sich von drei Quellen des Qi nährt. Ist das Qi oder die Lebensenergie ausreichend vorhanden, könnte man sich ewig kraftvoll und jung erhalten.
Jeder Mensch bekommt von seinen Eltern, abhängig von den genetischen Voraussetzungen, einen Pool voll mit Lebensenergie mit. Dieser Pool ist bei jedem ein wenig größer oder kleiner und braucht sich während des Lebens auf. Allerdings kann dieser Pool immer wieder aufgefüllt werden und zwar mit den beiden zusätzlichen Quellen des Qi der Luft und der Nahrung. Mit Luft ist hier Atmung gemeint – also die vollständige und korrekte Atmung wie wir sie z.B. während einer Meditation, Yoga- oder QiGong-Übung durchführen. Mit Nahrung ist eine lebendige Nahrung gemeint. Doch was macht eine lebendige Ernährung aus?

ein Lebens-Mittel:
Alles Leben auf unserer Erde bezieht seine Energie und Information von der Sonne. Die Sonne manifestiert sich in der Pflanze, welche durch Photosynthese heranwächst und Mensch wie Tier nährt. Auch der reine Fleischfresser, ernährt sich von Tieren, welche selbst oder irgendwann im Nahrungskreislauf sich von Pflanzen ernährten. Solange wir unsere Nahrung nicht denaturieren z.B. durch industrielle Lebensmittelverarbeitung, Gen-Manipulation, Bestrahlung durch Mikrowellen bleibt diese Lebensenergie, dieses Qi, vorhanden und nährt jede einzelne unserer Zellen und Gedanken. Verliert unsere Nahrung allerdings die Informationen des Lebens verwandeln wir das Lebensmittel in ein reines Nahrungsmittel, welches zwar Kalorien liefert nicht aber die Zellen in die Lage versetzen sich selbst zu heilen.
Peter Ferreira schildert sehr beeindruckend in seinem Buch “Wasser und Salz” diese Zusammenhänge und vergleicht die schöne Struktur eines gesundes Wasser- oder Salzkristalls mit der Struktur eines Computerchips welcher ebenfalls in der Lage ist Informationen zu speichern und weiterzugeben.

Informationen in unserer Nahrung:
Der japanische Wissenschaftler Dr. Emoto konnte durch Experimente mit Wasser erstmals sichtbar machen, dass Wasser die Einflüsse von Gefühlen und Gedanken speichern könne. Negative Botschaften wie “Krieg” beeinträchtigte die kristalline Struktur und die Form des gefrorenen Wasserkristalls wurde unschön, positive Botschaften, wie “Liebe” hingegen führten zu schönen Kristallformen. Diese vollkommenen Eiskristalle findet man auch bei Heilwasser.

Welche Rolle spielen unsere Gedanken bei der Qualität unserer Nahrung?
Der Logik folgend, dass Leben Information bedeutet und unsere Gedanken Beine haben – sprich die Kraft besitzen zu beeinflussen, kann man aus meiner Sicht davon ausgehen, das positive Gedanke sowohl bei der Herstellung und Zubereitung unserer Nahrung und auch beim Verzehr eine Wirkung entfalten. Vielleicht ist die Wirkung subtil, vielleicht aber auch (und hier denke ich an das meditative und bewusste Aufnehmen von Nahrung wie es bei manchen buddhistischen Mönchen zu beobachten ist), so kraftvoll, dass unvollständige Nahrung in wertvolle Kost verwandelt werden könnte.

Vielfalt, multi-kulti, Pluralismus

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Vielfalt, multi-kulti, Pluralismus, diversity … diese Begriffe prägen seit Jahren
unsere Sprache, der Gebrauch geschieht oft locker. Doch im Alltag scheint
das nicht immer so zu klappen. Und dann wird aus der behaupteten Bereicherung
plötzlich die Bedrohung, wenn aus dem anderen das/der Fremde wird.
Ängste blockieren und erzeugen Abwehr. Aber wie damit umzugehen, mit
dem anderen, dem Fremden. Postulate helfen nicht, wirken moralisierend.
Die alltäglichen Beziehungen sind zu überdenken und zu gestalten.
So habe ich als Verleger gerne die Idee von Rochus Gratzfeld aufgegriffen
und bin ihm für die gesammelten Beiträge dankbar. Denn in ihnen wird
spürbar: Viefalt ist eine Bereicherung, wenn man sich einlassen kann, und
die Bedrohung wird als Angst ernst genommen und dadurch als Chance zur
Änderung erkannt.
Meine eigene Biografie mit den unterschiedlichsten ethnischen Wurzeln
– wie es mein Name widerspiegelt und ganz der Geschichte Österreichs
entspricht – und meine Zugehörigkeit zu einer religiösen Minorität haben
mich immer sensibel für dieses Thema mit beiden Facetten gemacht.
Salzburg, im Frühjahr 2014
Ludwig Volker Toth

Natur

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Ein großer Teil unserer Existenz ist die Verbundenheit mit unserer Umwelt, unseren Mitmenschen und auch die Verbundenheit mit der Natur. Ohne sie existieren wir nicht und doch verschwindet sie aus unseren Köpfen und immer mehr auch aus unserer Welt. Wir müssen die Natur zurück in unsere Augen, Nasen, Ohren und zwischen unsere Finger lassen, damit wir in unsere Verbundenheit zurückfinden. Hier sind ein paar Artikel, die dazu inspirieren wollen:

Warum wir Freude an der Natur empfinden und was wir damit tun könnten: “Wir haben vielleicht die Natur verlassen, aber die Natur hat uns nicht verlassen.” Das ist der entscheidende Satz von McCarthy, denn in ihm steckt so etwas wie Hoffnung. Eine Hoffnung darauf, dass wir der Liebe zur Natur, die wir als naturgeschichtliches Erbe in uns tragen, nicht nur individuell auf Spaziergängen oder bildhaft in Fotografien, Büchern und Filmen Ausdruck verleihen, sondern dass wir diese Liebe verwandeln in gesellschaftliches Handeln.

Bilder des Trostes, H wie Habicht: “Maßstäbe verstehen wir nur sehr schlecht. Die Lebewesen im Erdreich sind zu klein, als dass wir uns um sie sorgten. Der Klimawandel ist zu riesig, als dass wir ihn uns vorstellen könnten. Auch die Zeit verstehen wir kaum. Wir können uns an nichts erinnern, das vor uns lebte; wir können das nicht lieben, was es nicht mehr gibt. […] In Bildern finden wir Trost und wir tilgen jegliche Geschichte aus unseren Landschaften.” (Helen Macdonald, übersetzt von mir aus dem englischen Original H is for Hawk, S. 265)

Postwachstum: Müssen wir uns gesundschrumpfen? Wie könnten wir zu attraktiven Alternativen zum “Wachs oder stirb!” kommen? Zunächst einmal müssten wir wohl Abschied nehmen von einem Denken und Handeln, in dessen Zentrum das Bruttoinlandsprodukt steht, sodass “die ökologischen und sozialen Folgekosten von Wachstum” mit in Betracht gezogen werden. Es ist der kleinste gemeinsame Nenner innerhalb der Degrowth Bewegung, die Erkenntnisse zu den Folgekosten endlich ernst zu nehmen und unser wirtschaftliches Denken und Handeln danach auszurichten. Dazu werden verschiedene Dimensionen identifiziert, an denen man ansetzen müsse: Zeit und Ressourcen, Infrastruktur und Finanzen, Ökonomische Institutionen und soziale Vergleichbarkeit, Materielle Bedürfnisse und Konsumgesellschaft.

Das Geräusch der Stille: Wo gibt es noch Stille? Ja, was überhaupt ist Stille? Stille ist etwas essentielles für uns Menschen, das uns abhanden zu kommen droht. Es gibt Grenzwerte für das, was wir als sauber in Hinsicht auf Wasser und Luft bezeichnen. Was aber sind die Grenzwerte für Stille? Wie können wir sie in den Alltag zurückholen?

Der Weg wird durch das Gehen geschaffen: Das Umhergehen und das Denken sind in allen Kulturen eng verknüpft. Nicht nur können unsere Gedanken wandern und umherschweifen, wir entwickeln sie auch in sogenannten Gedankenschritten und manchmal können unsere Gedanken auch rasen. Inzwischen ist der Zusammenhang zwischen Denken und Gehen auch wissenschaftlich belegt: Der gleichförmige Takt des Gehens hilft dem Hippocampus bei seiner rhythmischen Transaktion gadanklicher Inhalte vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis.

Der allwissender Gott – Reloaded: Alle höheren Kulturen beruhen auf der Idee, es existiere eine externe Beobachterintelligenz, die imstande sei, sämtliche Lebensvorgänge synchron zu erfassen, auch jene, die sich in der Dunkelheit des Unwissens oder des bösen Willens verstecken. Nachdem wir die Religionen zurückgedrängt haben, ist es nun die Technik, die diese göttlich Rolle einnimmt.Wir spüren die Monstren des Fortschritts im Nacken: Beim Lesen von Bruno Latour musste ich immer wieder an Frankensteins Monster denken, in dem sich die Folgekosten des technischen Fortschritts in einer zerstörerischen Form aufdrängen. Wir können die Beziehungen zwischen den menschlichen und nicht-menschlichen “Dingen” nicht weiter ausblenden.

Entgrenzte Horizonte: Ein Leben ohne Normalität: Lokale Bräuche, Religionen, Sitten und Zusammenkünfte waren das Herz in einer schon immer herzlosen Welt. Das wir uns danach zurücksehnen zeigen völkische Rückwärtsbewegungen wie der Brexit. Das sind jedoch nur hilflose und sinnlose Reaktionen auf Phantomschmerzen, die nichts Gutes bringen werden. Was wir wirklich benötigen, sind neue Prothesen für unsere amputierten Herzen. Die müssen wir im Vorwärts bauen, wir werden sie nicht im Rückwärts finden.

Freiheit und Naturzustand: Jeder würde intuitiv zustimmen, dass es in der Wildnis, also in der Natur abseits jeglicher menschlichen Einflüsse, keine Unfreiheit gibt. Und genauso ist der Begriff “Freiheit” keiner, der sich sinnvollerweise auf Vorgänge in der Wildnis anwenden lässt. Oder pointiert gesagt: Freiheit (und Unfreiheit) kann es nur geben, wo es auch Menschen gibt. Institutionen sichern uns unsere Freiheit, aber wir erleben sie als Beschränkung unserer Freiheit und als Entfremdung. Wie kommt das?

Von der Abstraktion zum realen Leben kommen: Warum starren wir aufs Meer hinaus, ohne dass es uns langweilt? Warum zählen wir die Sterne, laufen durch den Wald und lauschen den Vögeln? Das ist die Achtsamkeit, die in uns als Freude und Interesse am Realen angelegt ist. Was uns an der Natur so erfreut, ist, dass die Dinge und Wesen dort nur sie selbst sind. Diese absolute Realität, die Abwesenheit jeglicher Mehrdeutigkeit hat etwas heilendes auf unsere in der Abstraktion verwundeten Seelen. David Whyte und die dialogische Struktur der Realität.

Im Zeitalter der Kuscheltiere: Was bedeuten all die Tiere im Kinderzimmer des Menschen? Die natürlichen Lebensräume der Tiere verschwinden. Wo sollen sie also hin? Sie verflüchtigen sich in Ideen und Sehnsüchte und finden sich wieder in den Stofftieren, Aufdrucken und Bilderbüchern unserer Kinder. Was werden wir unseren Kindern sagen, wenn sie später fragen, was wir mit den richtigen Tiere gemacht haben?

Gaia! Können wir uns noch retten? Mit der Erfolgsgeschichte “Menschheit”, der weltweiten Besiedelung des Planeten durch uns (kein anderes Tier hat das geschafft) und der damit einhergehenden Nutzung der Ressourcen samt der Rückführung all der Abfälle oder Stoffwechselprodukte in unsere Umwelt, sehen manche wie Peter Sloterdijk und auch Bruno Latour ein neues geologisches Zeitalter angebrochen, das Anthropozän, das neue und vom Menschen gemachte.

Der finstere Berg: Die Menschheit ist in einer ähnlichen Situation wie ein Todkranker: Uns wird zunehmend klar, dass unsere Existenz als Menschheit auf diesem Planeten zu einem Ende kommt. Wir sind sieben Milliarden Menschen, die der Planet nicht mehr erträgt und wir werden noch mindestens zwei Milliarden mehr werden. Die Erde wird zunehmend wärmer, ohne dass wir unseren Kohlendioxidausstoß reduzieren können. Die Eismasse der Arktis schrumpft zusehends. Das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten beschleunigt sich trotz WWF und Greenpaece. Unsere erste Reaktion, als wir mit dem Waldsterben und dem Waleschlachten konfrontiert wurden, war Wut.

Einfach nur schauen: Unsere wissenschaftliche Weltdeutung narrt uns, wenn wir glauben, dass uns die bloße Anhäufung von Wissen näher an unsere Welt um uns herum heran bringt. Es ist nicht das Wissen, das zählt, wenn wir als Menschen direkte Erfahrung suchen, es ist die Methode. Es gäbe einen “Unterschied zwischen Sehen und Sehen”, meint Goethe in seiner Einleitung in die Morphologie und niemand, der aufmerksam schaut, werde die Natur jemals tot und stumm finden.

Mit Hans Fallada in Carwitz: Seit meiner frühen Liebe zum frechen Dachs Fridolin wollte ich immer diesen Ort am schmalen Luzin sehen, wo die Dachs-Familie neben den Ditzens lebte, wo sich Fridolin mit Kuh, Hund und Fuchs anlegte und wo die Natur dem Alltag noch ihre Form aufzwang und damit das Leben zwar strenger, aber auch einfacher machte. Jetzt endlich hatte ich einmal die Gelegenheit ergriffen, Zelt, Schlafsack und Kanu ins Auto gepackt und die schön bewaldete Strecke durch den Nordosten Brandenburgs nach Mecklenburg befahren.

Zuflucht zu den inneren Wäldern: Nicht jeder kann in eine Hütte am Ural ziehen. Und außerdem wollen das auch nur die wenigsten. Warum? Nun: Ich empfehle das Buch von Tesson zu lesen, dann kriegt man von ganz allein kalte Füße. Aber wir haben eben doch die Wahl: Wenn es nicht die Wälder der Wildnis sind, in die wir uns zurückziehen können, dann wenigstens die inneren Wälder, die wir oft aber auch erst wieder entdecken müssen.

Rasende Gedanken und 14000 Schritte im Wald: Ich laufe in den Wald, der frisch nach Laub und Erde riecht. Die Gedanken rasen noch, wie immer, wenn plötzlich Platz da ist, wenn es zuviel Zeit gibt. Es kommt mir vor, als hätte ich einen Zeitmuskel, den ich permanent anspanne, um das Maximum aus jedem Moment zu pressen. Und dieser Muskel ist nun verspannt und kann sich nicht mehr so leicht entkrampfen. Ich lasse es geschehen, sollen sie doch rasen, die Gedanken. Irgendwann werden sie sich ausgerast haben. Irgendwann wird sich der Muskel entkrampfen.

Downshifting – Legenden vom Kürzertreten: Auf dem vorläufigen Höhepunkt der westlichen Wirtschaftskrisen und in Verbindung mit Stress und Burnouts sind Lebenskonzepte wie Downshifting, Aussteigen und Minimalismus in Mode gekommen. Neu sind diese Ideen ja nicht: Henry David Thoreau ist ein frühes Beispiel vom Aussteigen aus der westlichen Gesellschaft im 19. Jahrhundert. Und wie realistisch ist so ein Ausstieg heute?

Sind wir böse? Sind wir dumm? Ist das dasselbe? Was ist das Böse? Wenn etwas moralisch richtig ist, dann ist es gut, wenn etwas moralisch falsch ist, ist es böse. So unser modernes Verständnis vom Bösen. Aber wie ist es mit Naturkatastrophen, die jetzt vermehrt über uns hereinbrechen und wahllos Menschen in den Tod reißen?

Der ewige Gärtner und die endlose Kultivierung unserer Umwelt: Der Zug des Vergärtnerns der Natur zum Park, ist so grundlegend für uns Menschen, dass er noch heute auch dort in uns fortlebt, wo er gänzlich unnütz, sogar schädlich ist, zum Beispiel wenn wir keine Brennesseln und Gestrüpp in unseren Städten mehr ertragen und dafür in Kauf nehmen, noch die letzten Unterschlüpfe und Nahrungsquellen den sonst so geliebten Bienen, Schmetterlingen und Igeln zu nehmen.

Liebe, Partnerschaft und Weisheit

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Schon die antiken Griechen waren überzeugt, dass wir mit der Liebe beginnen müssen, um zu verstehen, was die Philosophie ist. Schließlich ist Philosophie wortwörtlich die Liebe zur Weisheit. Und auch heute noch sagen Philosophen wie Graham Harman, dass man das Wahre nicht kennen, sondern nur lieben könne, denn nur die Liebe ermöglicht eine immerwährende Annäherung an die Dinge und Lebewesen über die Distanz hinweg, die uns von ihnen trennt. Der französische Philosoph Alain Badiou, Autor des Buches Lob der Liebe, sagt auf diese Differenz anspielend: “Die Liebe ist die einzige Lösung für die radikale Einsamkeit.”

Liebe ist also auch in einem ganz konkreten zwischenmenschlichen Sinn ein wichtiges Thema für uns alle und die Philosophie. Ganz praktisch beschäftigt sich z.B. Alain de Botton schon sein Leben lang mit der Liebe zwischen Menschen, zuletzt in seinem Buch Der Lauf der Liebe, in welchem er uns ermutigt, unsere Ansprüche an unsere Beziehungen realistischer zu betrachten, um glücklicher zusammen zu leben.

In Schule und Universität lernen wir vielleicht eine ganze Menge, aber über eine der wichtigsten Sachen des Menschseins, nämlich über die Liebe zueinander, zu sich selbst, zur Welt mit all ihren Tieren, Pflanzen und Landschaften, darüber lernen wir so gut wie gar nichts. Wir können das nachholen, zum Beispiel mit der Philosophie, der Liebe zur Weisheit. Im folgenden habe ich einige Artikel zum Thema Liebe zusammengestellt:

Wut macht uns kaputt, aber es gibt eine Alternative: Martha Nussbaum zu Zorn, Vergebung und Weisheit in der Beziehung. Wir können nicht erwarten, von einer plötzlichen Weisheit erleuchtet zu werden und danach auf jegliche Wut verzichten zu können. Wir können uns aber der Weisheit annähern, indem wir versuchen, von der Wut zur Trauer überzugehen und in unserer Persönlichkeit über uns hinaus zu wachsen, indem wir anderen leichter vergeben und davon absehen, unsere eigenen Bedürfnisse immer als alternativlos zu verstehen. Letztlich läuft es darauf hinaus, zu einer – wie es im Untertitel von Nussbaums Buch heißt – Kultur der Gelassenheit zu kommen.

Warum die Liebe nicht gelingt: Alain de Botton ruft zum Realismus in der Liebe auf. Alain de Botton beschreibt ziemlich genau, warum die Liebe mit dem 19 Jahrhundert plötzlich von der typischen Vernunftehe zu einer romantischen Raserei geworden ist, deren Luftschlösser allenthalben für irdische Enttäuschung sorgen. Und er zeigt, wie Partnerschaft dennoch gelingt.

Das törichte Verlangen nach Gerechtigkeit: Es gibt etwas größeres als Fairness im Leben. Mann muss ja nicht so weit gehen wie Sokrates und ein ungerechtes Todesurteil aus vollem Herzen willig an sich selbst vollstrecken. Aber wenn wir diese zwei Regeln beherzigen, dann können wir mit der alltäglichen Unfairness besser umgehen und so zu etwas größerem gelangen, als zu einer kleinen Gerechtigkeit: Unsere Weisheit und damit mehr Frieden und Gelassenheit im Umgang mit unseren Mitmenschen.

Du sollst alles für mich sein! Von Umgang mit überzogenen Erwartungshaltungen in der Liebe. Nichts steht uns wirklich zu. Alles, was wir in der Liebe erhoffen können, ist das der andere einige unserer Erwartungen erfüllt, weil er oder sie es eben will, weil es in ihrer Natur liegt und weil wir selbst dem anderen mit Leib und Seele zur Verfügung stehen. Und zwar, nicht weil wir müssen oder weil es vernünftig ist, sondern weil wir selbst es so wollen.

Wie können wir mit Neurotizismus leben und lieben? Kein Wesenszug sagt so zuverlässig ein Scheitern von zwischenmenschlichen Beziehungen voraus, wie ein hoher Wert an Neurotizismus. Wer einen hohen Neurotizismuswert hat, der wird eher emotional labil sein, zu Nervosität neigen, öfter über körperliche Schmerzen klagen, sich oft mit Ärger und Ängsten herumplagen, schnell und intensiv auf Stress reagieren und von seinem hohen Stresslevel nur langsam wieder herunter kommen. Wie kann man als neurotischer Mensch in Beziehungen glücklich werden? Wie lebt man mit Neurotikern gut zusammen?

Hab Mitgefühl mit deinem Körper! Mitgefühl mit dem eigenen Körper ist eine Voraussetzung zur Eigenliebe. Genießen wir unsere Körper und verzeihen wir ihnen, wenn sie nicht immer klaglos funktionieren. Sie funktionieren viel mehr, als dass sie nicht funktionieren. Wenn dir etwas weh tut, dann ermutige deinen Körper, denn er tut sein bestes. Der Schmerz ist ein Zeichen für seinen Kampf um dein Leben. Hilf ihm dabei, in dem du ihm gibst, was er braucht.

Die Unmöglichkeit der Liebe mit Kind: Genervte Eltern im Baby-Clash, Die romantische Liebe macht sich selbst über ihr schönstes Nebenprodukt (ein neues Leben) unmöglich. Eine romantische Liebesbeziehung aufrecht zu erhalten, obwohl es jetzt eigentlich darum geht, dass ein kleines aber logistisch komplexes Unternehmen Familie mit Haushalt, Krankheit, Schlaf, Erziehung und Bildung, Einkauf und Geld verdienen wie geschmiert läuft, ist beinahe unmöglich. Damit das alles funktioniert, braucht man keine innige Liebe, sondern eine gute Organisation mit einem kleinen Team und striktem Management.

Das Zeichen wahrer Liebe: Was wir von unserer Liebe zu Kindern lernen können. Es ist nicht verwunderlich, meint Alain de Botton, dass wir als junge Erwachsene los ziehen und diese erste Liebe noch einmal suchen. Diese Liebe, die nur gibt, die uns annimmt, wie wir sind, egal, was wir tun, die selbstlos und vergebend ist. Und ebenso ist es nicht verwunderlich, dass wir enttäuscht sind, wenn wir statt dessen nur auf andere treffen, die ebenso wenig bereit sind, diese Liebe zu geben, weil auch sie die bedingungslose Liebe suchen, die sie als Kind vielleicht erfahren haben. Verzeihen wir uns doch einfach gegenseitig, dass wir in unserem Bedürfnis nach Liebe wieder Kinder sein wollen. Glauben wir an das Gute im anderen, das sich durch widrige Umstände verborgen hält.

Ist die Liebe der Sinn des Lebens? Alain Badiou über Liebe, Wahrheit und Abenteuer. Alain Badiou meint, es sei die Differenz zum anderen in der Liebe, die uns ermöglicht, eine Wahrheit zu entdecken, die uns aus unserer einseitigen, vereinzelten Perspektive so nicht zugänglich war. Insofern ist die Liebe ein Verfahren, uns neue Wahrheiten zu erschließen. Und in diesem Verständnis ist die Liebe am ehesten das, was uns einen Sinn im Leben verleihen kann.

Philosophie aus Liebe zum Objekt: Durch die Transformation von einer Wissenschaft in eine Kunst, erhält die Philosophie ihren ursprünglichen Charakter der Liebe zurück. Auf eine Art ist dieses erotische Modell das grundlegende Bestreben der objektorientierten Philosophie: der einzige Weg, im derzeitigen philosophischen Klima, der Liebe jener Weisheit gerecht zu werden, die nicht behauptet, wirklich Weisheit zu sein.

Das Gehirn ist zum Gehen da

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Protest gegen die tägliche Tretmühle

Wozu haben wir ein Gehirn? Der Neurowissenschaftler Daniel Wolpert sagt, damit wir uns bewegen können. Deswegen brauchen stationäre Lebewesen wie Bäume auch kein Gehirn. Sein schönstes Beispiel für die Plausibilisierung seiner These ist die sogenannte Seescheide (Ascidiae). Dieses Tier bewegt sich am Anfang seines Lebens, um einen geeigneten Platz zu finden, auf dem sie siedeln kann, damit sie sich für den Rest des Lebens nicht mehr bewegen muss. Und was passiert dann?

“…beim Ansiedeln auf dem Felsen, wo sie immer bleiben wird, verdaut sie als erstes ihr eigenes Gehirn und Nervensystem als Nahrung. Sobald man sich nicht mehr bewegen muss, braucht man den Luxus eines Gehirns nicht mehr.” (Daniel Wolpert: Der wahre Grund für Gehirne)

Das Bewegen, das Gehen, das Wandern sind nicht zuletzt deswegen auch immer schon beliebte Themen der Philosophie gewesen. Denn die Liebe zur Weisheit (wörtliche Übersetzung von Philosophie) hat ja gewissermaßen das Gehirn als seinen Fetisch und ohne Bewegung kein Gehirn und ohne Gehirn keine Weisheit und erst recht keine Liebe.

Quelle: http://www.geistundgegenwart.de/2018/07/gehirn-zum-gehen.html